Pflege neu denken: Christoph Schubert im Behind the C Podcast
Pflege wird häufig aus der Perspektive einzelner Leistungen betrachtet. Christoph Schubert, Gründer und Geschäftsführer von aiutanda, verfolgt einen anderen Ansatz. Für ihn beginnt moderne Versorgung nicht bei einem Produkt oder einer Versorgungsform, sondern bei der Frage, welches Problem für einen hilfsbedürftigen Menschen gelöst werden muss.
Im Podcast Behind the C spricht Schubert über seinen ungewöhnlichen Weg vom Marineoffizier zum Unternehmer, die Entwicklung von aiutanda und darüber, warum die Zukunft der Pflege vor allem in vernetzten Versorgungsmodellen liegt.
Hilfe aus einer Hand
Der Ausgangspunkt von aiutanda war die Überzeugung, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf häufig nicht einzelne Leistungen benötigen, sondern individuelle Lösungen. Ob Einkaufshilfe, Rollator, Tagespflege oder ambulante Pflege: Im Mittelpunkt steht nicht das Angebot selbst, sondern der konkrete Bedarf im Alltag.
Dieses Verständnis prägt die Entwicklung von aiutanda bis heute. Das Leistungsspektrum reicht von haushaltsnahen Dienstleistungen über ambulante Pflege und Behandlungspflege bis hin zu Hilfsmittelversorgung, Therapien und modernen Wohnformen. Ziel ist es, unterschiedliche Leistungen so miteinander zu verbinden, dass sie den individuellen Anforderungen der Menschen gerecht werden.
Für Schubert ist dabei ein Grundsatz besonders wichtig: Menschen sollen möglichst lange in ihrem eigenen Zuhause leben können. Erst wenn sich die persönliche oder soziale Situation verändert, werden alternative Wohn- und Versorgungskonzepte relevant.
Ambulante Versorgung als vernetztes Modell
Die Herausforderung moderner Pflege liegt für Schubert nicht in einzelnen Leistungen, sondern in deren Koordination. Viele Angebote existieren bereits, werden aber häufig getrennt voneinander gedacht.
Deshalb versteht aiutanda ambulante Versorgung als vernetztes System. Pflege, Tagespflege, Hilfsmittelmanagement, Therapieangebote und alternative Wohnformen greifen ineinander und bilden gemeinsam ein Versorgungskonzept, das sich flexibel an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen kann.
Dieses Denken unterscheidet sich bewusst von klassischen Versorgungsstrukturen. Statt in konventionellen Mustern zu denken, steht bei aiutanda die Frage im Mittelpunkt, welche Unterstützung Betroffene tatsächlich benötigen.
Digitalisierung als Führungsprinzip
Für Christoph Schubert ist Digitalisierung kein Add-On, sondern ein grundlegender Bestandteil moderner Unternehmensführung. Bei aiutanda werden Daten zentral erfasst, digital ausgewertet und standortübergreifend betrachtet.
Dieser Ansatz verändert auch die Zusammenarbeit. Transparenz entsteht nicht durch zusätzliche Abstimmungsrunden, sondern durch den Zugriff auf dieselben Informationen. Für Schubert ist dies eine wichtige Voraussetzung, um komplexe Organisationen effizient steuern zu können.
Strukturen als zentrale Herausforderung
Neben den Chancen moderner Versorgung spricht Schubert auch über die Herausforderungen des Pflegemarktes. Dazu gehören steigende Eigenanteile, bürokratische Hürden und starre Prozesse.
Als besonders große Hürde sieht er die Vielzahl administrativer Anforderungen, die Pflegekräfte und Versorgungsanbieter binden. Viele Abläufe seien weiterhin papierbasiert und verursachten einen hohen organisatorischen Aufwand. Digitalisierung könne hier einen wichtigen Beitrag leisten, um Ressourcen effizienter einzusetzen und Pflegekräfte zu entlasten.
Die Zukunft der Pflege aktiv gestalten
Für Schubert steht fest: Die Anforderungen an das Gesundheits- und Pflegesystem werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Demografische Veränderungen, gesellschaftlicher Wandel und der wachsende Bedarf an Unterstützung erfordern neue Antworten.
Moderne Versorgung muss deshalb stärker vernetzt, datenbasiert und flexibel organisiert werden. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt. Technologie und Digitalisierung schaffen dabei die Grundlage, um Hilfsangebote besser zu koordinieren und Versorgung individueller zu gestalten.
Im Podcast Behind the C spricht Christoph Schubert ausführlich über seinen Weg als Unternehmer, die Entwicklung von aiutanda und seine Perspektiven auf die Zukunft von Pflege und Gesundheitsversorgung.
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